Rebellisch und auf provokant anmutende Weise setzt sich der anstrebende Fotokünstler Cyril Helnwein mit seinen Werken über die Gesellschaftsnormen hinweg. So präsentiert er die gesellschaftliche Verantwortung und Vorstellung der Öffentlichkeit in seinen Schrillen Fotografien. Weiterhin spiegelt sich seine Liebe für Humor in seinen Arbeiten wieder. Eine wichtige Rolle spielt dabei der eigensinnige und raffinierte Wiener Humor. Obwohl er mit 8 Jahren die Bundeshauptstadt mit seinem Vater verlassen hat, blieb ihm die Sprache Wiens mit ihrem kantigen Humor bis heute erhalten. 

 

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Mit vollem Stolz präsentiert Ho Gallery Cyril Helnweins neueste Ausstellung, Lost Garden. Dieses neueste Werk bietet einen Einblick in eine mystische Parallelwelt. Inmitten üppiger Wälder sind nackte Amazonen in wilde, schamanistische Szenen vertieft, ihre Gesichter verborgen unter den Schädeln ungestümer Biester voller Schnäbel, Hörner und Fangzähne.

 

 

 

 

Der ursprüngliche Auslöser für Lost Garden war die Idee, eine Sofortbildreihe zu erschaffen, die ausschließlich in einer Waldlandschaft aufgenommen wurde. Im Speziellen wurden hierbei der botanische Garten aus dem 19. Jahrhundert und das Arboretum zum Schauplatz, die sich auf dem irischen Anwesen der Familie Helnwein befinden. Allerdings kam es während Helnweins logistischer Planung dieser Aufnahmen zu einem sowohl unerwarteten als auch bewegenden Moment der Inspiration: der Künstler las einen Artikel des National Geographic über illegalen Handel mit Rhinozeroshörnern, der ihm klarmachte, dass das afrikanische westliche Spitzmaulnashorn aufgrund vermehrter Wilderei im Jahr 2011 offiziell als ausgestorben erklärt worden war. Die schockierende Einsicht, dass zu seiner Lebenszeit gesamte Spezies verschwanden, lenkte sein Konzept in eine neue Richtung, in der sich zoologische und taxonomische Elemente widerspiegelten. Entschlossen, mehr über andere bereits verstorbene Arten herauszufinden, machte sich Helnwein an die Recherchen auf dem Gebiet. Schlussendlich entschied er, eine Reihe handgemachter Schädel aus Gips anzufertigen, die auf ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Tierarten basierten und deren Größe an den menschlichen Körper angepasst war.

 

Das Ergebnis ist die Einsicht in eine einzigartige, urzeitliche, fantastische Welt: nackte Frauen mit Tierschädeln bewohnen einen halbwilden Garten, der übersät ist von verfallenen Springbrunnen, Mammutbäumen, Bambusgebüschen, riesigen Rhabarbern, verwachsenen Steinstufen, hochstehendem Rhododendron, Meeren voller Hasenglöckchen und Fingerhüten, sowie atemberaubenden Formschnitten, die gotischen Bögen gleichen. Alleine oder paarweise erstarren die Frauen in diesen Bildern in unklar, heidnisch wirkenden Posen. Sie erwecken den Anschein, dass wir Zeugen eines elementaren, uralten Zaubers werden, der sich vor unseren Augen entfaltet.

 

Besonders dank der Gestalt, sowie des Stolzes und der Stärke, die Helnweins weibliche Figuren innehaben, erinnern diese Szenen an Boris Vallejos allseits geliebte Fantasie- und Science Fiction Illustrationen. Weitere mögliche Parallelen können zu Sir Arthur Conan Doyles Die vergessene Welt und Clark Ashton Smiths Hyperborea-Erzählungen hergestellt werden; im Speziellen hinsichtlich der Beschreibung anatomisch moderner Menschen in der Bemühung, in vollkommen ursprünglicher, vergessener Wildnis zu überleben. Helnwein erhielt seine Inspiration aus verschiedenen Quellen, von Kindermärchen, Science Fiction Romanen und Comicbüchern, über den Magischen Realismus von Guillermo del Toros Pans Labyrinth, bis hin zu dem Arboretum und dem Garten selbst.

 

Die fertigen Kunstwerke sind vergrößerte Drucke der originalen Sofortbildaufnahmen, hergestellt durch Scannen mit einem analogen Gerät. In ihnen findet sich oft Helnweins Markenzeichen wieder: Effekte, die auf die Verwendung von Photoshop verzichten, wie die Doppelbelichtung. Die erkennbaren Mängel, hervorgerufen durch zufällige Zwischenfälle bei der Filmentwicklung, haben eine überraschend anziehende Auswirkung auf den Betrachter. Bei der Ausstellung werden die Bilder in Rahmen präsentiert, die von Helnwein selbst aus altem, wiederverwertetem Holz angefertigt wurden.

 

Obwohl Helnweins Werke nicht ausdrücklich als eine Stellungnahme zum Artenschutz beabsichtigt waren, steht Lost Garden doch ganz im Zeichen dieses Themas. Anfangs fertigte Helnwein ausschließlich Schädel ausgestorbener Arten an, während er später auch Tiere miteinbezog, die zwar noch zahlreich vorhanden sind, deren Knochenbau aber interessante Merkmale aufwies. Diese Entscheidung könnte als Warnung dafür stehen, dass selbst die Tiere, die wir als selbstverständlich erachten, eines Tages verschwinden könnten – sollten wir unsere Verantwortung als die dominante Spezies dieser Erde nicht anerkennen.

 

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BIOGRAPHIE:

 

Cyril Helnwein fotografiert seit seinem zehnten Lebensjahr. Sein erstes Werkzeug hierzu war eine Yashica Halbformatkamera, mit der zwei Bilder pro Film gemacht werden konnten.

 

Der in Wien geborene Künstler lebt seit 1997 in Irland und reist oft beruflich ins Ausland. Er ist verheiratet mit der als Schauspielerin und Model tätigen Kojii Helnwein, mit der er drei Kinder hat.

 

Seine Werke wurden in mehreren Galerien auf der ganzen Welt gezeigt und erschienen in zahlreichen internationalen Veröffentlichungen im Druck- sowie Online-Format, von der New York Times bis hin zu Bizarre Magazine (Großbritannien).

 

Seine unglaubwürdig wirkende Bilder sind berühmt dafür, dass sie nicht digital manipuliert werden – Helnwein bevorzugt die Verwendung traditioneller Kamera- und Fotoeffekte wie Beleuchtung, Bewegung und Timing.

 

Dies ist seine zweite Ausstellung bei Dots Contemporary.